Airbus Transpose
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Kabine, wechsle dich

SAN JOSE - Airbus will flexiblen Kabinen zum Durchbruch verhelfen. A3, die Airbus-eigene Ideenschmiede im Silicon Valley, arbeitet an einer modularen Architektur, mit der sich die Umbauzeit von Airlinekabinen von Wochen auf "Stunden oder sogar Minuten" verkürzen soll. Als Basis dienen Vollfrachter.

"Stellen Sie sich einen Nachmittagsflug vor, der am Airport von San Jose landet", lädt A3-Projektleiter Jason Chua zum Gedankenexperiment. "Die Passagiere steigen aus und innerhalb von Minuten werden die Sitze gegen Schlafkojen für den nächsten Einsatz - einen Nachtflug nach Singapur - getauscht."

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Airbus A3 Modulkabine Transpose, © Airbus A3

Dergleichen soll das A3-Projekt "Transpose" (engl. für "umbauen") möglich machen. Statt zeitaufwendigen und teuren Neukonfigurationen ganzer Kabinen, die Airlines im Schnitt nur alle sieben bis zehn Jahre vornehmen, müssten sie nur noch einzelne Module ein- und ausbauen, um ein Flugzeug neu auszustatten.

Die Sache hat allerdings einen Haken - in allen modernen Passagierflugzeugen sind Kabinen- und Flugzeugtechnik untrennbar miteinander verstrickt, was einer flexiblen Nutzung enge Grenzen setzt.

"Modulare Kabinen gibt es bereits - in Gestalt von Frachtflugzeugen", leitet Chua zum eigentlichen Kniff über. Deren "modulare, wenn auch spartanische Plattform" sei der Anknüpfungspunkt für Passenger Support Systeme, "die ebenso leicht mit einem Flugzeug verbunden wie getrennt werden können".

"Machbar und pragmatisch"

"Transpose ist machbar und pragmatisch", sagt Chua. Airbus A3 werde möglichst viele Partner in das Projekt einbinden, "um in wenigen Jahren mit Flugzeugen zu fliegen, die für Transpose freigegeben sind".

Airbus A3 Transpose, © Airbus A3

Als Beispiel nennt Chua Hersteller von Galley-Systemen, die ihre Produktwelt um "Bordküchen- oder ganze Restaurantmodule" ergänzen könnten. Unternehmen ohne Luftfahrterfahrung stehe Transpose ebenso offen - ihnen will Airbus bei Realisierung und Zertifizierung von Modulideen unter die Arme greifen.

"Ein Fitnesstudio könnte ein Modul mit Trainingsrädern bestücken, eine große Kaffeekette ein Café einrichten", weist Chua auf das Vermarktungspotenzial variabler Kabinen hin. Transpose werde Airlines "ganz neue Dimensionen der Passenger Experience" aufzeigen.

Website: Airbus A3 Projekt FlyTranspose
© aero.de | Abb.: Airbus A3 | 13.12.2016 15:01


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