Brandgefahr
  

Korean Air lässt "Smartes Gepäck" nicht mitfliegen

Korean Air Lines Boeing 747-8B5F
Korean Air Lines Boeing 747-8B5F, © Michael Lassbacher

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SEOUL - Aus Brandschutzgründen nimmt Korean Air keine "Smarten Koffer" mit fest eingebauten Batterien mehr an Bord mit. Lassen sich die Batterien entfernen, dürfen die Koffer dagegen mitfliegen, ihre Energiespeicher müssen aber separat transportiert werden. Die Airline traut der Technik nicht.

Korean Air führe ab sofort neue Regeln für Check-in und Beförderung von sogenanntem smarten Gepäck ein, das mit Funktionen und Instrumenten wie USB-Ladegeräten, WLAN-Hotspot, GPS, automatischem Schließsystem und motorisierten Rollen ausgestattet sei, teilte die Airline am Dienstag mit.

Da smarte Koffer mit fest eingebauten Lithium-Ionen-Batterien eine Brandgefahr in Laderäumen oder Kabinen darstellten, untersage Korean Air zukünftig deren Mitnahme. Die neue Regelung folge den von der IATA erlassenen Vorschriften zur Gewährleistung der Flugsicherheit.

Smartes Gepäck mit herausnehmbaren Batterien dürfe hingegen aufgegeben werden – die Batterien müssen jedoch vor dem Check-in entfernt und an Bord separat mitgeführt werden. Auch smartes Handgepäck mit herausnehmbaren Batterien dürfe mit an Bord genommen werden – die Batterien dürfen bei Mitnahme in der Kabine drin bleiben.
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Airbus | 16.01.2018 15:34

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Beitrag vom 05.02.2018 - 21:58 Uhr
Als Mitarbeiter von Lufthansa, welcher sich intensiv mit dem Thema "Lithium Ionen Batterien" beruflich beschäftigt, kann ich vielleicht etwas dazu sagen.
Li-Ionen Akkus würden wir gerne GENERELL aus den Laderäumen unseren Flugzeugen fernhalten. Leider ist dies momentan nicht möglich. Wir versuchen aber die Mengen zu beschränken und vor allem den Bereich des Laderaums frei davon zu halten. Es gab in den vergangen Monaten einige Vorfälle weltweit, die eigentlich ein Verbot der Beförderung von Li-Akkus im Laderaum erforderlich machen müssten. Leider trifft das Verbot nicht die Li-betriebenen Rollstühle/Mobilitäshilfen für körperlich eingeschränkte Menschen. Diese Rollstühle/Mobilitäshilfen müssen, auch wenn die Li-Akkus nicht entfernt werden können, im Frachtraum unter dem Passagierdeck mitgenommen werden. Aber auch nur diese und ansonsten sind Li-Akkus mit mehr als 100Wh generell vom Transport im Laderaum ausgeschlossen.
Bei den hier angesprochenen "Smart"-Koffern, müssen auch bei Lufthansa die Li-Akkus entnommen werden. Ansonsten werden diese vom Transport ausgeschlossen (sollte dies bemerkt werden!).
Für alle die sich den Gefahren nicht so genau bewusst sind, die beiden Gefahrgutklassen,RLI und RLM (Lithium Ionen und Metall)wurden sogar auf den Frachtflugzeugen vom Transport verbannt!
Sollten sich Li-Akkus im Laderaum entzünden, besteht so gut wie keine Aussicht, diese zu löschen. Die Folgen wären katastrophal!!

Dieser Beitrag wurde am 05.02.2018 22:01 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.01.2018 - 22:58 Uhr
Smartes Gepäck ohne Batterien ist natürlich nicht smart. Insofern bleibt hier alles beim Alten.
Wohin sich der Fluggast allerdings entscheiden soll oder kann, ist schwer zu sagen.
Lufthansa und co wollen Smartbags weiter entwickeln, gleichzeitig werden sie anderswo gekillt.
Eine wissenschaftliche Betrachtung des Themas - wir reden über Knopfzellen und nicht über Hochleistungsbatterien - fehlt komplett.
Gehts da letzten Endes ums "not invented here" ??



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