European Aviation Network
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EAN-Testflug in Großbritannien durchgeführt

LONDON - Das im Aufbau befindliche European Aviation Network (EAN), das Satelliten- und LTE-basiertes Bodennetz integriert, wurde kürzlich bei einem Testflug erprobt. Das EAN soll von Mitte 2017 an einen zuverlässigen Breitband-Internet-Zugang an Bord von Flugzeugen bieten.

Die Deutsche Telekom und Inmarsat haben zusammen mit Nokia und Thales das EAN bei einem Testflug untersucht. Das teilten die Unternehmen am Montag mit. Das EAN kombiniert Internetübertragung über Satelliten und LTE-Bodenstationen.

EAN-Antenne am Testflugzeug
EAN-Antenne am Testflugzeug, © Nokia

Bei dem kürzlich durchgeführten Testflug mit einer Dassault Falcon 20C wurde die Leistungsfähigkeit der von Thales zur Verfügung gestellten Bordausrüstung und des von Telekom und Nokia betriebenen Bodennetzes untersucht. Dabei wurde geprüft, ob sich das Flugzeug erfolgreich mit dem Bodensystem verbindet.

Das sei an allen vier Testorten im Südwesten Großbritanniens der Fall gewesen. Bei zahlreichen Übergängen zwischen Sektoren und Mobilfunkstationen seien die Verbindungen stets stabil geblieben. Die Datenübertragung aus dem sowie in das Flugzeug wurde ebenfalls getestet. Die Ergebnisse hätten die Erwartungen für diesen Erstphasen-Versuch übertroffen und wertvolle Daten für die Entwicklungsteams geliefert.

Im Vorfeld der Testflug-Serie wurde im Stuttgarter Labor von Nokia die erste EAN-Live-over-the-air-Verbindung hergestellt. Dabei wurden alle Komponenten des LTE-Bodennetzes gründlich erprobt und validiert. Für die erste Live-Verbindung wurde eine Breitband-Videokonferenz durchgeführt, bei der beide Seiten über das EAN-LTE-Mobilfunknetz verbunden waren.

Kein "normales" LTE-Netz

Für die EAN-Live-Verbindung mit dem LTE-Netz am Boden wurden die LTE-Basisstationen und Remote Radio Heads (RRH) auf die von Inmarsat verwendete Frequenz für das EAN angepasst. Zudem wurde eine spezielle Antenne gebaut, um den Himmel zu versorgen.

EAN Basisstation
EAN Basisstation, © Nokia

Das LTE-Netz für das EAN unterscheidet sich von "normalen" LTE-Netzen – es muss bei Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 km/h funktionieren, und das in Flughöhen, für die Zellen mit einer Reichweite von bis zu 150 Kilometern benötigt werden.

Nokia wird den Betrieb des Bodennetzes von seinem Global Delivery Center in Rumänien aus steuern. Neben dem Live-Netzwerk haben Nokia und Telekom zudem in Stuttgart ein komplettes Ende-zu-Ende-Netzreferenzsystem mit allen Komponenten und der integrierten Bordausrüstung von Thales eingerichtet.

Dort werden Lösungen für technische Herausforderungen vorbereitet, beispielsweise der Ausgleich des Dopplereffekts aufgrund hoher Flugzeuggeschwindigkeiten.
© FLUG REVUE - Ulrike Ebner | Abb.: Nokia | 29.11.2016 11:10


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